Kinder- und Jugendhilfe: Ein Sozialpädagoge leitet zwei Mädchen bei einer Vertrauensübung an.

Berufe mit Vielfalt und
Tiefgang

In der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten Profis aus ganz verschiedenen Berufen mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien. Hier stellen wir dir drei typische Berufsfelder für Herzwerker in der Kinder- und Jugendhilfe vor: Die Sozialpädagogin bzw. den Sozialpädagogen, die Erzieherin bzw. den Erzieher und die Psychologin bzw. den Psychologen. Alle drei eröffnen dir vielfältige Einsatzmöglichkeiten, die Chance, dich selbst immer weiter zu entwickeln und dabei richtig viel für Kinder, Jugendliche und deren Familien zu bewegen.

Die Sozialpädagogin oder der Sozialpädagoge: hilft Kids & Familien, gut klarzukommen

Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen unterstützen Menschen bei Problemen oder Sorgen. Sie entwickeln gemeinsam mit denjenigen, die sich an sie wenden, Lösungen, und helfen so Probleme und Sorgen zu bewältigen. Die Kinder- und Jugendhilfe ist ein wichtiges Berufsfeld für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Hier tragen sie wesentlich zum Wohlergehen der Kinder, Jugendlichen und ihren Familien bei. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen arbeiten in allen Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe, zum Beispiel in

  • Jugendtreffs,
  • der Jugendsozialarbeit an Schulen,
  • der Erziehungsberatung,
  • Behörden wie dem Jugendamt,
  • der Sozialpädagogischen Familienhilfe (Was ist das? Check die Infobox!),
  • Tagesstätten und Wohnheimen.

Sozial­pädagogische Familien­hilfe (SPFH)

In jeder Familie kann es Krisen geben. Wenn die Schwierigkeiten oder Konflikte für die Kinder oder ein Elternteil belastend werden, leistet die Sozialpädagogische Familienhilfe „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Sozialpädagogin bzw. der Sozialpädagoge hat die ganze Familie im Blick. So kann es auch sein, dass du die Familie zu Hause besuchst. Dort berätst du, vermittelst bei Konflikten, stärkst in der Erziehung, hilfst bei Behördengängen, informierst über finanzielle Hilfen oder findest viele praktische Lösungen. Die SPFH arbeitet vorbeugend (= präventiv). Ihr wichtigstes Ziel: eine Gefährdung der Kinder vermeiden, bevor sie entsteht.

Ein Sozialpädagoge redet mit zwei Jungen.

In der Geborgenheit der Familie entwickeln Kinder Stärken, die sie fürs Leben brauchen. Wenn eine Familie diese Geborgenheit nicht geben kann, weil sie mit Problemen belastet ist, leisten die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen der Kinder- und Jugendhilfe wichtige Unterstützung.

Soziale Arbeit: So startest du deine Karriere

  • WIE? Du studierst Soziale Arbeit.
  • WO? An einer Hochschule für angewandte Wissenschaften.
  • DAUER? 6 bis 8 Semester bis zum Bachelor.
  • UND DANN? Nach dem Bachelor-Abschluss bist du staatlich anerkannte Sozialpädagogin bzw. staatlich anerkannter Sozialpädagoge (das ist die Berufsbezeichnung, die all diejenigen erhalten, die ihr Studium der Sozialen Arbeit in Bayern erfolgreich absolviert haben) bzw. staatlich anerkannte Sozialarbeiterin bzw. staatlich anerkannter Sozialarbeiter (das ist die Berufsbezeichnung, die all diejenigen erlangen, die ihr Studium der Sozialen Arbeit in einem anderen Bundesland erfolgreich absolviert haben).

Tipp: Den Bachelor in Sozialer Arbeit kannst du auch als duales Studium machen. Dabei sind Studium und praktische Arbeit ganz eng verzahnt. Hier findest du alle Infos zum Studium in Bayern und speziell zum dualen Studium.

Studium Soziale Arbeit: Inhalte

Schwerpunkte des Studiums sind Erziehung und Bildung. Was du in den Vorlesungen lernst, wendest du im Praxisteil an. Zum Beispiel: Probleme erkennen, Ursachen herausfinden, Kinder und Jugendliche fördern, Eltern beraten. Zu deinen Fächern gehören unter anderem Erziehungswissenschaften, Pädagogik und Psychologie, Sozialarbeit, Bildung, Kultur und Medien sowie Verwaltung und Organisation.

Die Erzieherin oder der Erzieher: macht Kinder und Jugendliche stark

Erzieherinnen und Erzieher beraten, unterstützen und fördern Kinder, Jugendliche und ihre Familien in ihrer Entwicklung. Sie üben mit ihnen das soziale Miteinander, regen sie zu Freizeitaktivitäten und zum erfolgreichen Lernen an, helfen dabei, persönliche Stärken zu entdecken und zu entwickeln. Dabei arbeiten sie stets eng mit den Eltern, den Familien, den anderen Fachleuten, Einrichtungen, Behörden und Diensten zusammen.

In der Kinder- und Jugendhilfe ist deine Top-Aufgabe als Erzieherin bzw. Erzieher: Kinder und Jugendliche individuell fördern. Du beobachtest die Kinder und findest heraus, wo sie Unterstützung brauchen. Dann planst du Maßnahmen, mit denen du ihnen helfen kannst: die Einsamkeit zu überwinden, sich mit Worten statt mit Fäusten zu wehren, selbstständiger zu werden, sich für andere einzusetzen. Was du tust und was du erreichst, hältst du Schritt für Schritt in Berichten fest (= Dokumentation). Und du tauschst dich aus: mit den Kindern und Jugendlichen, ihren Eltern, deinen Kolleginnen und Kollegen und anderen Profis.

Ein kleines Mädchen schneidet sehr konzentriert mit einer Schere einen Bastelbogen.

Konflikte gewaltfrei lösen. Immer selbstständiger werden. Verantwortung übernehmen. Herausfinden, was man richtig gut kann: Erzieherinnen und Erzieher helfen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, diese und viele andere Ziele zu erreichen.

Wo arbeiten Erzieherinnen oder Erzieher?

  • In Kindertageseinrichtungen (= Krippe, Kindergarten und Hort)
  • In heilpädagogischen Tagesstätten
  • In Heimen und anderen betreuten Wohnformen für Kinder- und Jugendliche
  • In Jugend- und Familienberatungsstellen
  • In Jugendzentren, Jugendcamps usw.
  • Bei ambulanten Diensten

Erzieherin oder Erzieher: dein Weg zum Traumberuf!

  • WIE? Du machst eine Ausbildung an einer Fachakademie für Sozialpädagogik.
  • VORAUSSETZUNG? Mindestens ein mittlerer Schulabschluss UND eine abgeschlossene 2-jährige Ausbildung zum Beispiel zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger. Warum denn das? Als Erzieherin oder Erzieher trägst du Verantwortung für andere Menschen und übernimmst viele wichtige Aufgaben. Dafür brauchst du Reife und erste Lebenserfahrung. Deshalb kannst du nicht direkt nach der Schule in die Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher loslegen, sondern musst eine Erstausbildung machen.
  • DAUER? 2 Jahre Ausbildung an einer Fachschule + 1 Jahr Berufspraktikum. Bei einer Ausbildung in Teilzeit: 4 + 2 Jahre.
  • UND DANN? Nach bestandener Prüfung bist du staatlich anerkannte Erzieherin bzw. staatlich anerkannter Erzieher.

OptiPrax: Ausbildung mit Azubi-Gehalt

Alternativ zur klassischen Ausbildung gibt’s die Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen (OptiPrax). Hier bekommst du eine Ausbildungsvergütung, die von Jahr zu Jahr steigt. Außerdem kannst du deine Ausbildungszeit um bis zu 2 Jahre verkürzen.

Mehr erfahren: die OptiPrax-Ausbildung

Erzieherin oder Erzieher: Ausbildungsinhalte

In der Ausbildung lernst du alles über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, über soziale Beziehungen, Gruppenprozesse und Erziehungsmethoden. Und du erprobst praktisch, wie du die Entwicklung, Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen beurteilen und fördern kannst.

Erziehung: mehr Infos zu den Ausbildungsinhalten

Die Psychologin oder der Psychologe: hilft, Probleme zu verstehen und Lösungen zu entwickeln

Wenn ein Kind scheinbar ohne Grund immer traurig ist oder sich zum Beispiel aggressiv verhält, dann können die Ursachen in der Psyche (der Seele) zu finden sein. Und wenn es Probleme in der Familie gibt, dann belastet das die Seele. Als Psychologin bzw. Psychologe findest du heraus, welche Ursachen hinter Problemen stecken und hilfst Menschen, Krisen durchzustehen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

In der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten Psychologinnen und Psychologen

  • beratend: In der Erziehungsberatung entwickeln sie gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien Wege, um Konflikte zu lösen und Vertrauen aufzubauen. Sie machen Zusammenhänge deutlich (z. B.: Warum flippt Emil immer aus, wenn sein Papa mit ihm spielt?), klären Verständigungsprobleme und üben positive Verhaltensweisen mit Familien ein.
  • therapeutisch: Sie behandeln Kinder und Jugendliche, die sich zum Beispiel selbst verletzen oder an einer Depression leiden.
  • präventiv: Vorbeugen ist besser als heilen! Unterstützt von Psychologinnen und Psychologen können Probleme entschärft werden, bevor sie zu großen Konflikten anwachsen.

Dabei arbeiten Psychologinnen und Psychologen mit verschiedenen Methoden, von der Familien- und Paarberatung bis zur Spiel-, Gesprächs- oder Verhaltenstherapie.

Zwei Bilder. Bild 1: Nahaufnahme von einem Klötzchenturm. Bild 2: ein Junge im Gespräch mit einer Fachkraft.

Psychologinnen und Psychologen behandeln nicht nur seelische Erkrankungen. Sie helfen auch, Konflikte zu lösen und unterstützen Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung.