Szene im Kindergarten: Erzieherin mit Kleinkindern am Tisch beim Essen und Trinken.

Dein Weg zur Kita-Karriere

Du möchtest mit Kindern arbeiten? Hier erfährst du alles über die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher und zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger: welche Bedingungen du dafür erfüllen musst, die Inhalte der Ausbildung und welche Aufgaben du später in der Kita übernehmen kannst.

Wie wird man Erzieherin oder Erzieher?

Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin oder zum staatlich anerkannten Erzieher ist eine sogenannte Aufstiegsfortbildung. Das bedeutet, dass dafür eine Erstausbildung in einem Beruf nötig ist (z. B. zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger). Deine Erzieherausbildung absolvierst du an einer Fachakademie für Sozialpädagogik. Sie teilt sich in eine zweijährige Schulausbildung und ein einjähriges Berufspraktikum in einer Kindertageseinrichtung.

Erzieherausbildung im Überblick

Wichtige Inhalte der Erzieherausbildung sind:

Dauer:

  • 3 Jahre in Vollzeit oder (einschließlich Berufspraktikum)
  • 6 Jahre in Teilzeit (einschließlich Berufspraktikum)

Voraussetzungen:

  • mindestens ein mittlerer Schulabschluss

und

  • eine abgeschlossene Erstausbildung in einem pädagogischen, pflegerischen oder rehabilitativen Beruf z. B. Kinderpflegerin oder Kinderpfleger
  • oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf und der Besuch eines sozialpädagogischen Seminars (1 Jahr)
  • oder ein zweijähriges sozialpädagogische Seminar
  • oder eine vierjährige berufliche Tätigkeit
  • oder ein Studienabschluss (z. B. Pädagogik, Erziehungswissenschaften)

Ausbildungsinhalte

  • Pädagogik
  • Heilpädagogik
  • Kindes- und Sprachentwicklung
  • Erziehungstheorien und -maßnahmen
  • Gesundheit und Ernährung
  • Sport, Musik und Basteln
  • Organisation und Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit den Eltern
  • der Einsatz von Medien
  • Rechtliches
  • Integration und Inklusion

Du lernst zum Beispiel, wie du erzieherische Angebote planst und durchführst oder wie du mit Konflikten umgehst.

Du kannst die Ausbildung an einer von 66 Fachakademien in Bayern machen. Weitere Infos und eine Liste der Akademien findest du hier.

Neu: Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen (OptiPrax)

An manchen Fachakademien kannst du jetzt eine vergütete „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen (OptiPrax)“ machen. Das bedeutet, dass du bereits ab Beginn der Ausbildung Geld verdienst, weil die praktische Ausbildung in der Kita in die theoretische Ausbildung in der Schule integriert ist.

Erfahre mehr über die OptiPrax-Ausbildung.

Wo arbeiten Erzieherinnen und Erzieher?

Erzieherinnen und Erzieher arbeiten in Krippen, Kindergärten und Horten. Daneben gibt es noch viele andere Einsatzorte, zum Beispiel Beratungsstellen und Wohn-, Freizeit- oder Ferieneinrichtungen.

Eine Erzieherin spricht mit einem Kind

Erzieherinnen und Erzieher sind Vorbilder und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen.

Wie wird man Kinderpflegerin oder Kinderpfleger?

Die Ausbildung zur staatlich geprüften Kinderpflegerin oder zum staatlich geprüften Kinderpfleger ist eine Erstausbildung an einer Berufsfachschule oder einer Fachakademie für Sozialpädagogik. Du kannst sie direkt nach der Schule beginnen. Kinderpflegerinnen oder Kinderpfleger sind in Kitas als Ergänzungskräfte angestellt.

Kinderpfleger-Ausbildung im Überblick

Dauer:

  • 2 Jahre in Vollzeit oder
  • 3 Jahre in Teilzeit

Voraussetzung:

erfolgreicher Abschluss der Mittelschule.

Ausbildungsinhalte

Wichtige Inhalte der Kinderpfleger-Ausbildung sind:

Grundlagen der

  • Pädagogik
  • Gesundheit
  • Ernährung
  • Hauswirtschaft

Du lernst viele praktische Inhalte, zum Beispiel wie du Babys wickelst oder mit Kindern Bewegungsspiele oder Musik machst oder bastelst.

Wo arbeiten Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger?

Als Kinderpflegerin oder Kinderpfleger arbeitest du in Krippen, Kindergärten oder Horten. Alternativ auch in Ganztagsschulen, Heimen, Krankenhäusern oder Ferien- und Freizeiteinrichtungen, selten auch in Privathaushalten.

Szene im Kindergarten: Kinder sitzen vor Turnmatten auf dem Boden und halten die Hände hoch.

Turnen und Bewegungsspiele sind ein wichtiger Teil im Kita-Alltag und deshalb auch in der Ausbildung.

Vom Kinderpfleger zum Erzieher: so geht‘s

Als Kinderpflegerin oder Kinderpfleger kannst du jederzeit die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher draufsetzen.

Alternative für berufserfahrene Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger: Weiterbildung zur Fachkraft in Kitas

Dauer: 15 Monate berufsbegleitend

Die berufsbegleitende Weiterbildung für Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger dauert 15 Monate. Nach erfolgreichem Abschluss darfst du als Fachkraft in bayerischen Kitas arbeiten (nicht aber in anderen Einrichtungen oder in anderen Bundesländern).

Voraussetzungen:

  • mindestens ein mittlerer Schulabschluss
  • Mindestalter 25 Jahre
  • abgeschlossene Ausbildung als staatlich geprüfte Kinderpflegerin oder staatlich geprüfter Kinderpfleger oder Anerkennung als Ergänzungskraft für drei Bildungsbereiche mit Eintrag in der Kita-Berufeliste des Bayerischen Landesjugendamts
  • mindestens 3 Jahre Berufserfahrung als Ergänzungskraft in einer Kindestageseinrichtung
  • Anstellungsvertrag in einer Kita im Umfang von mind. 50 Prozent

Auch Grundschullehrkräfte, Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus verwandten Berufen oder Bewerberinnen und Bewerber mit ausländischem Abschluss können die Weiterbildung besuchen.

Infos zur Weiterbildung findest du hier.

Kita-Ausbildung: deine wichtigsten Fragen

Die täglichen Aufgaben sind für beide Berufe meist gleich. Der Hauptunterschied ist die Ausbildungszeit: Erzieherin oder Erzieher wird man in der Regel nach 5 Jahren Ausbildung, Kinderpflegerin oder Kinderpfleger nach 2 Jahren. Als Erzieherin oder Erzieher kannst du auch Leitungsfunktionen z. B. die Gruppenleitung, Kita-Leitung oder stellvertretende Kita-Leitung übernehmen. Dadurch verdienst du auch mehr Geld. Zusätzlich haben Erzieherinnen und Erzieher oft übergeordnete Aufgaben und leiten zum Beispiel Praktikantinnen und Praktikanten oder Auszubildende an. Sie sind bei Bedarf auch Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner für Eltern, Psychologinnen und Psychologen und Jugendämter.

Mehr erfahren: meine Aufgaben in der Kita

Während des Praktikums im dritten Ausbildungsjahr verdienst du 80 Prozent des Gehalts einer Erzieherin oder eines Erziehers! Einige Fachakademien für Sozialpädagogik bieten eine Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen (OptiPrax) an, bei denen du vom ersten Tag an Geld verdienst.

Mehr Infos zum Modellversuch OptiPrax

Eine Ausbildung zur Erzieherin oder Erzieher und zur Kinderpflegerin oder Kinderpfleger ist auch in Teilzeit möglich. Die Dauer der Ausbildung verlängert sich dann bei angehenden Erzieherinnen und Erziehern von 3 auf 6 Jahre und bei angehenden Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern von 2 auf 3 Jahre.

Du kannst dir selbst aussuchen, ob du lieber in der Krippe, im Kindergarten oder im Hort arbeiten möchtest. Während der Ausbildung kannst du in die verschiedenen Einrichtungen hereinschnuppern. Du musst dich aber nicht festlegen und kannst später jederzeit in eine andere Einrichtung wechseln.

Szene im Kindergarten: Nahaufnahme von Ballon, der mit Papierschnipseln beklebt wird.

Basteln, Malen und Werken machen Spaß und fördern die Entwicklung von Kleinkindern.